Was ist Hanfextrakt?

Über Jahrtausende hinweg wurde Cannabis in der Medizin verwendet und bereits 2700 vor Christus in einem chinesischen Kräuterbuch nachweislich erwähnt. Doch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eilte der schlechte Ruf von Cannabis der Heilpflanze leider voraus wodurch dieses in vielen Ländern verboten wurde. Heutzutage wird der Anbau von Hanf jedoch wieder salonfähig und viele Patienten entscheiden sich mittlerweile bewusst für eine Cannabisbehandlung statt synthetischer Medikamente. Der Extrakt aus Hanf soll gegen viele Krankheiten helfen und vor allem Schmerzpatienten sollen von der Anwendung profitieren. In diesem Beitrag wird genau erläutert, was Hanfextrakt ist, wie dieser hergestellt wird und welche Wirkungen durch die Einnahme zu erwarten sind.

 

Was ist Hanfextrakt?

 

Hanfextrakt ist nichts anderes als der Extrakt bzw. der eingedickte Auszug aus der Hanfblüte. Zumeist wird dieser in einem weiteren Verarbeitungsschritt mit qualitativ hochwertigem Öl verdünnt und kann entweder tropfenweise eingenommen oder äußerlich aufgetragen werden. Das Hanfextraktöl, auch als CBD Öl bezeichnet, verfügt über zahlreiche positive Eigenschaften. Beispielsweise wird es bei Ängsten oder Stress zur Entspannung eingesetzt oder bei chronischen Schmerzen als schmerzlinderndes Mittel ohne Nebenwirkungen. Da das Öl frei von THC ist, fällt es auch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

 

Wie wird der Extrakt hergestellt?

 

Der Extrakt wird grundsätzlich durch das Zerstampfen der Hanfblüten und der Hinzugabe von Lösungsmitteln hergestellt. Unter anderem werden als Lösungsmittel Äther, Butanthiol, 99 % Isopropylalkohol oder Naphthalin eingesetzt. Es ist jedoch auch möglich den Extrakt ohne Lösungsmittel herzustellen, allerdings erschwert das die Arbeit deutlich.

 

Herstellung des Extrakts mithilfe von Lösungsmitteln

 

Im ersten Schritt werden die trockenen Hanfblüten und –blätter in ein Gefäß gegeben. Danach wird das ausgewählte Lösungsmittel hinzugefügt und anschließend mit einem unbehandelten Stück Holz oder einem ähnlichen Gegenstand zerkleinert. Das Zerkleinern erfolgt mühelos, obwohl das Hanfmaterial durchnässt ist. Folglich wird noch mehr Lösungsmittel hinzugegeben, bis die Hanfblätter und –blüten komplett vollgesogen und bedeckt sind. Insgesamt wird die Mischung für ungefähr drei Minuten kräftig durchgemischt, damit das THC in das Lösungsmittel übergeht. Zum Herausziehen des THC müssen auf 30 g Blüten 500 ml Lösungsmittel hinzugeben werden.

 

Diese Mischung wird daraufhin in ein anderes Gefäß gegeben. Bis zu diesem Zeitpunkt der Zubereitung hat sich bereits in etwa 80 % THC in das Gemisch ausgelaugt. Im nächsten Schritt wird noch mehr Lösungsmittel untergemischt und wieder für drei Minuten kräftig durchgemischt, sodass auch der letzte Rest von THC extrahiert wird. Die Mischung wird anschließend durch einen Kaffeefilter oder einen feinen Sieb in ein reines Gefäß gegossen.

 

Daraufhin wird das Lösungsmittel gekocht. Damit dieser Vorgang besonders schnell vonstattengeht, ist es ratsam, einen Reiskocher zu verwenden. Etwa ¾ der zerstampften Mischung wird dann im Reiskocher solange gekocht, bis das Gemisch total verdampft ist. Nach und nach wird das restliche Gemisch in den Reiskocher gegeben, bis es völlig verdampft ist. Wichtig ist, dass dieser Schritt nur in einem gut durchgelüfteten Raum gemacht wird und die aufsteigenden Dämpfe zusätzlich durch einen Lüfter abgesaugt werden.

 

Ist die Oberfläche des Gemisches aufs Minimum erniedrigt nach der letzten Zugabe, müssen einige Tropfen Lösungsmittel hinzugegeben werden. Für etwa 0,5 kg sind 10 Tropfen ausreichend. Damit werden die letzten Reste des THC gelöst und zusätzlich wird das Öl vor einer Überhitzung geschützt.

 

Befinden sich im Reiskocher nur noch in etwa 2-3 cm der Mischung dann ist es wichtig diese solange zu verrühren, bis das gesamte Lösungsmittel ganz ausgekocht ist. Ist das Lösungsmittel komplett verdampft, muss die Herdplatte auf eine niedrigere Temperatur eingestellt werden. Auf keinen Fall darf die Temperatur heißer als 140 ° C sein.

 

Zu guter Letzt kann das Öl in ein Edelstahlgefäß aus dem Reiskocher gegossen und anschließend in einen Dehydrator gegeben werden. Wer keinen besitzt, kann das Öl auch auf einer niedrigen Temperatur erhitzen, beispielsweise auf einem Kaffee-Erhitzer. Einige Stunden später wird das Wasser völlig verdampfen. Geeignet ist das Öl dann, wenn auf der Öloberfläche keine sichtbare Aktivität mehr zu erkennen ist. Das Öl kann dann entweder in einem passenden Gefäß oder in einer Spritze gelagert werden, wobei die Dosierung durch die Lagerung in der Spritze erleichtert wird.

 

Herstellung mithilfe einer CO2-Extaktion

 

In diesem Verfahren werden für die Extraktion CO2-Gase (Kohlendioxid) eingesetzt. Bezeichnet wird diese Methode auch als „Hochdruckextraktion“ oder als „SFE“ (Supercritical Fluid Extraktion). Das Besondere hierbei ist, dass die Trennung der Materialien besonders schonend vonstattengeht. Erstmals wurde so ein Verfahren beim Entkoffeinieren von Kaffee verwendet, denn so konnte das Koffein herausgefiltert werden, ohne andere Bestandteile zu beeinträchtigen. Wird bei dieser Methode das Gas über den kritischen Punkt erhitzt, geht es in den sogenannten „überkritischen“ Zustand über, bei dem sich nicht mehr unterscheiden lässt, ob es flüssig oder gasförmig ist.

 

Bei dieser Methode wird häufig Kohlendioxid verwendet, da der kritische Punkt bei 31 Grad liegt und ein Druck von etwa 74 bar erreicht wird. Die ideale Wärme liegt somit nur etwas über der Zimmertemperatur. Vor allem bei sehr hitzeempfindlichen Stoffen hat sich dieses Verfahren bewährt.

 

Extrakt Herstellung mit Alkohol

 

Extrakt kann auch mithilfe von Alkohol hergestellt werden. Hierfür werden getrocknete Hanfblüten in reinen Alkohol eingelegt. Wichtig ist dabei die Blüten mehrfach zu wechseln, solange bis die benötigte Konzentration von CBD im Alkohol vorhanden ist. Dieser Vorgang ist jedoch sehr aufwendig und intensiv. Zudem ist er nur möglich, da die Cannabinoide alkohollöslich sind.

 

Herstellung des Extrakts mit Öl

 

Die getrockneten Hanfblüten werden bei dieser Methode in Hanfsamenöl eingelegt. Auch hierbei müssen die Blüten bis zu 50 Mal gewechselt werden, bis die notwendige Konzentration im Öl enthalten ist. Dieser Vorgang ist genauso wie die Alkoholextraktion sehr aufwendig und ist deshalb möglich da Cannabinode nicht nur alkohol-, sondern auch öllöslich sind.

 

Wirkung und Verwendung des Extrakts

 

Interessant für den täglichen rezeptfreien Gebrauch ist nicht das berauschende THC (Tetrahydrocannabinol) sondern das Cannabidiol (CBD). Das Besondere an CBD ist, dass es absolut keine psychoaktiven Eigenschaften besitzt und somit frei verkäuflich ist. Derzeit wird intensiv an den vielfältigen positiven Wirkungen on CBD geforscht. Fest steht jedoch bereits, dass sich das reine Naturprodukt immer größerer Beliebtheit erfreut.

 

Der Extrakt aus Hanf kann viele Krankheiten behandeln und oftmals sogar kurieren. Zudem ist bei der Einnahme mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen, ganz anders wie es bei einer Tablette Aspirin ist, wo einige Menschen nach der Einnahme ihr Leben lassen. Der Extrakt ist harmlos und unterstützt sowohl die Gesundheit als auch das Wohlbefinden. Cannabis ist generell bekannt als wirksames Schmerz- und Beruhigungsmittel, es kann aber auch zur Krampflinderung eingenommen werden, wenn beispielsweise eine Multiple Sklerose vorliegt. Zudem kann es auch als Stimmungsaufheller dienen und wirksam gegen Depressionen sein.

 

Eine Besonderheit ist, dass es bei der Einnahme des Öls zu keinem Gewöhnungseffekt kommt, so wie es bei anderen Schmerzmitteln der Fall ist. Innerhalb einer veröffentlichten Studie im „Journal of Experimental Medicine“ konnte bewiesen werden, dass es auch bei einer langfristigen Einnahme zu keinem Gewohnheitseffekt kommt, was besonders wichtig ist bei chronischen schmerzhaften Krankheiten wie beispielsweise Rheuma. (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3371734/)

 

Die empfohlene Tagesempfehlung auf dem Produkt sollte stets eingehalten werden. Damit die aktiven Inhaltsstoffe möglichst schnell in den Organismus gelangen, ist es ratsam, sich die Tropfen unter die Zunge zu geben. Zu Beginn ist es ratsam mit weniger Tropfen zu beginnen und sich langsam an die empfohlene Dosis heranzutasten, solange bis eine Wirkung eintritt. Der Extrakt kann aber nicht nur oral eingenommen werden, sondern auch direkt auf beispielsweise schmerzende Gelenke aufgetragen werden. Nicht geeignet ist der Auszug jedoch für Kinder unter 15 Jahren und schwangere bzw. stillende Frauen.

 

Das aus dem Extrakt hergestellte Öl ist besonders reich an Flavonoiden, CBD, Phenolen, Mineralstoffen, Vitaminen sowie Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Geschmacklich ist der Extrakt eher mild bis nussig. Auch wenn der Geschmack nicht jedermanns Sache ist, sollte bewusst an die vielen gesundheitlichen Vorteile durch den Hanfgenuss gedacht werden.